Die wirklich spektakulären Strandungen haben andere hingelegt und die schlimmste liegt schon über 14 Jahre zurück.
Strandungen überall?
Die spektakulärste liegt schon über 14 Jahre zurück.
In den letzten Tagen liest man wieder häufiger von Strandungen in der Fachpresse. Man könnte fast meinen, Schiffe würden plötzlich reihenweise auf Grund laufen. Doch wenn wir ehrlich sind: Die spektakulärsten Strandungen haben andere hingelegt.
Allen voran Francesco Schettino. Am 13. Januar 2012 setzte er die Costa Concordia unmittelbar vor der Insel Giglio auf Grund. Aus einem vermeintlich harmlosen Vorbeifahrtsgruß wurde eine der größten Katastrophen der modernen Schifffahrt. Bis heute gilt der Unfall weltweit als Lehrstück für mangelhaftes Brücken- und Crewmanagement.
Ich selbst durfte – oder musste – die Costa Concordia im August 2012 noch vor Giglio liegen sehen. Ein Anblick, den ich bis heute nicht vergessen habe.
Was wurde eigentlich aus Kapitän Schettino? Nach einem jahrelangen Gerichtsverfahren wurde er am 11. Februar 2015 zu 16 Jahren Haft verurteilt. Seit Mai 2017 verbüßt er seine Strafe. Er beantragte zwischenzeitlich Lockerungen des Strafvollzugs, sitzt aber weiterhin im Gefängnis. Bemerkenswert ist, dass er bis heute seine Verantwortung nie vollständig übernommen hat und immer wieder nach Mitschuldigen sucht.
Gerade deshalb ist der Fall für mich bis heute ein fester Bestandteil des Unterrichts – insbesondere im SSS. Natürlich wird niemand von uns jemals ein Kreuzfahrtschiff führen. Doch die Grundsätze guter Schiffsführung gelten auf einer Segelyacht genauso wie auf einem Ozeanriesen: Entscheidungen treffen, Verantwortung übernehmen und die Sicherheit von Crew und Schiff jederzeit an erste Stelle setzen.