Während es im SSS noch primär darum ging, mitteleuropäische Wetterkarten zu interpretieren, Frontenkorridore zu berechnen und lokale Seewetterberichte zu analysieren, hebt dich der Sporthochseeschifferschein (SHS) auf eine völlig andere Ebene. Hier verlassen wir den regionalen Tellerrand. Auf weltweiter Fahrt bestimmen globale Klimasysteme, planetare Windgürtel und die gewaltige Thermik der Tropen deine Taktik an Bord.
Im SHS-Wetterteil wird von dir ein tiefes physikalisches Verständnis erwartet. Unser Live-Webinar bereitet dich präzise, anschaulich und absolut prüfungsrelevant auf diese anspruchsvollen Themengebiete der meteorologischen Navigation vor – frei nach unserem Leitmotiv: Aus der Praxis für die Praxis.
Um das Wetter auf den Weltmeeren strategisch für die Routenplanung nutzen zu können, analysieren wir im Kurs die großen atmosphärischen Kreisläufe unserer Erde:
Das Wasser bewegt die Luft – und umgekehrt. Die Strömungslehre ist im SHS-Seewetter untrennbar mit deiner meteorologischen Taktik verwoben.
Tropische Wirbelstürme (Hurrikane, Taifune oder Zyklone) gehören zu den zerstörerischsten Kräften der Natur. In der SHS-Prüfung musst du den exakten Aufbau dieser Monster verstehen und im Ernstfall mathematisch-taktisch fehlerfrei reagieren.
Die Theorie der globalen Meteorologie sitzt am besten, wenn man sie direkt anwendet und festigt. Parallel zum Live-Webinar steht dir unsere NautiApp zur Verfügung.
Hier findest du die lückenlosen, offiziellen Fragenkataloge für den SHS-Wetterteil. Dank des integrierten Spaced-Repetition-Lernsystems schließt du Wissenslücken spielerisch und hocheffizient. Lade dir einfach den kostenfreien Testzugang herunter und teste dein Wissen direkt auf dem Smartphone oder Tablet!
Das fundierte Wissen über globale Wettersysteme und tropische Wirbelstürme sichert deine Taktik auf den Ozeanen, aber erst das Zusammenspiel aller fünf Fachgebiete macht deine SHS-Vorbereitung komplett. Jedes Modul baut strategisch auf den anderen auf, um dich sicher zur höchsten deutschen Lizenzstufe zu bringen.
Bevor wir uns tief in die globalen Windsysteme stürzen und die Taktik für mörderische Wirbelstürme besprechen, hast du bestimmt noch ein paar Fragen im Gepäck. Muss man für den SHS-Wetterteil eigentlich Meteorologie studiert haben? Wie tief gehen wir bei Themen wie der ITCZ oder den Meeresströmen in die physikalische Substanz? Und was musst du für die Prüfung wirklich auf dem Kasten haben?
Hier in unserem speziellen Wetter-FAQ-Bereich lassen wir dich definitiv nicht im Regen stehen. Wir dröseln die wichtigsten Fragen ganz entspannt auf Augenhöhe auf – direkt von Skipper zu Skipper, damit du im Rechtsteil und in der Wetterkunde absolut sturmfest wirst:
Philosophie: Werden wir im Kurs jetzt zu professionellen Meteorologen ausgebildet?
Um Gottes willen, bloß nicht! Ich bin ja selbst kein akademischer Meteorologe, sondern genau wie du ein leidenschaftlicher Praktiker auf dem Wasser. Es geht im SHS nicht darum, hochgestochene wissenschaftliche Abhandlungen zu schreiben, sondern das Wetter strategisch für deine Routenplanung auf weltweiter Fahrt zu nutzen. Klar, wir besprechen eine Menge tiefgehender Physik – zum Beispiel, wie ein tropischer Wirbelsturm (TRS) überhaupt den Zündfunken bekommt, welche extremen Auswirkungen er auf deinen Kurs hat und wie du Meeresströmungen perfekt einplanst. Kurz gesagt: Wir schauen uns an, was das Wetter da draußen mit deinem Weg über die Ozeane macht. Aus der Praxis für die Praxis eben!
SSS vs. SHS: Ich habe beim SSS doch schon extrem viel über das Wetter gelernt. Was ist beim SHS anders?
Beim SSS haben wir uns hauptsächlich im regionalen Bereich bewegt. Da ging es um unsere klassischen mitteleuropäischen Tiefdruckgebiete mit ihren Warm- und Kaltfronten – die sogenannten Idealzyklonen. Beim SHS verlassen wir diesen regionalen Tellerrand komplett! Wir sprechen über die globale Thermik unseres Planeten. Die Entstehung eines tropischen Wirbelsturms (TRS) ist an völlig andere physikalische Faktoren gekoppelt und hat keine Fronten, sondern extrem steile Druckgradienten. Das ist eine ganz andere Hausnummer und der wesentliche Unterschied zum SSS.
Sicherheit: Viele Segler queren den Atlantik mit der ARC. Ist das wegen der Hurrikane nicht brandgefährlich?
Ein klares Nein – und das lernst du im SHS-Wetterteil auch genau zu timen! Ein Hurrikan entsteht unter ganz spezifischen Bedingungen, die meistens an Wassertemperaturen von über 26 °C gekoppelt sind. Die offizielle Hurrikansaison im Nordatlantik endet im November. Genau in diesem Zeitraum, wenn die Passatwinde sich stabilisieren und das Risiko gegen Null sinkt, startet die ARC. Im Onlinekurs dröseln wir diese saisonalen Verschiebungen der Windgürtel exakt auf, damit du genau weißt, wann welches Seerevier sicher befahrbar ist.
Ozeanenergie: Was haben denn Meeresströmungen bitteschön mit unserem Wetter zu tun?
Verdammt viel! Meeresströmungen sind quasi die gigantischen Warmwasserheizungen und Kühlaggregate unseres Planeten. Wo ein Warmstrom (wie der Golfstrom) auf kalte Luftmassen trifft, hast du sofort extremes Wetter, schwere Brecher und oft tagelangen Nebel auf dem Radar (denk nur an die Grand Banks vor Neufundland). Außerdem sind warme Meeresströmungen der absolute Treibstoff für tropische Wirbelstürme. Ohne die thermische Energie des warmen Wassers stirbt jeder Hurrikan sofort ab. Deshalb schauen wir uns diese Strömungen im SHS extrem detailliert an.
Langfahrt: Was ist Klimanavigation und warum brauche ich das für den SHS?
Klimanavigation ist die Königsklasse der Törnplanung auf weltweiter Fahrt! Hier geht es nicht darum, wie das Wetter morgen wird, sondern wie es statistisch in den letzten 50 Jahren in einem bestimmten Monat war. Wir lernen im Kurs, wie man mit sogenannten Pilot Charts (Monats-Routenkarten) arbeitet. Du planst deine Ozeanüberquerung anhand von Strömungskarten, Eisgrenzen und den dauerhaften Windsystemen wie dem Passat oder Monsun. Wer weltweit sicher und materialschonend segeln will, kommt an der Klimanavigation nicht vorbei.
Äquatorzone: Was erwartet mich eigentlich in der ITCZ (Innertropische Konvergenzzone)?
Die ITCZ ist die thermische Schweißnaht unserer Erde am Äquator, wo die Passatwinde der Nord- und Südhalbkugel aufeinanderknallen. Für Segler ist das eine echte Herausforderung: Dich erwartet ein tückischer Wechsel aus totaler Flaute (den berüchtigten Kalmen oder Doldrums) und urplötzlichen, heftigen Gewitterwalzen mit sintflutartigen Regenfällen. Im SHS-Wetterteil lernen wir, wie sich diese Zone im Laufe des Jahres verschiebt und mit welcher Taktik du sie am schnellsten und sichersten durchsegelst.
Fragenkatalog: Sicherlich hast du auch wieder einen Fragenkatalog zum SHS-Seewetter in deiner NautiApp?
Na klar, logisch! Wir lassen dich auch beim Thema Meteorologie und TRS-Navigation nicht im Regen stehen. In unserer NautiApp sind alle offiziellen und aktuellen Prüfungsfragen für das SHS-Seewetter komplett integriert. Du kannst den Stoff also ganz entspannt parallel zum Webinar auf dem Smartphone oder Tablet durchpauken. Und das Beste: Für dich als Teilnehmer an unserem Live-Webinar ist der komplette SHS-Fragenkatalog in der App vollkommen kostenfrei mit an Bord!
Abgrenzung: Behandelt das SHS-Wettermodul noch einmal die normalen Wettergrundlagen aus dem SSS?
Nein, genau das wollen wir ausdrücklich vermeiden! Die klassischen Wettergrundlagen aus dem SSS setzen wir als bekannt voraus. Im SHS geht es um die großen globalen Zusammenhänge: planetarische Druck- und Windsysteme, tropische Wirbelstürme, Meeresströmungen, Passatzirkulation, Monsun, ITCZ und die taktische Routenplanung auf weltweiter Fahrt.
TRS: Was bedeutet die Abkürzung TRS eigentlich?
TRS steht für Tropical Revolving Storm und bezeichnet einen tropischen Wirbelsturm. Je nach Region auf der Erde werden dafür unterschiedliche Namen verwendet: Hurrikan im Atlantik, Taifun im Pazifik oder Zyklon im Indischen Ozean. Meteorologisch handelt es sich aber immer um dasselbe Grundphänomen – ein gewaltiges, rotierendes Tiefdrucksystem über warmem tropischem Meerwasser.
Entstehung: Welche Bedingungen benötigt ein tropischer Wirbelsturm zur Entstehung?
Ein tropischer Wirbelsturm braucht vor allem richtig warmes Meerwasser (mindestens 26 °C bis 27 °C), eine hohe Luftfeuchtigkeit, geringe vertikale Windscherung und genügend Abstand zum Äquator, damit die Corioliskraft die Mühle überhaupt erst in Drehung versetzen kann. Wenn all diese Faktoren zusammenkommen, entwickelt sich ein selbstverstärkendes, monströses Wirbelsystem.
Äquator: Warum entstehen tropische Wirbelstürme nicht direkt am Äquator?
Direkt am Äquator ist die ablenkende Wirkung der Corioliskraft praktisch gleich null. Ohne diese Erddrehungskraft kann sich die für einen tropischen Wirbelsturm notwendige großräumige Rotation schlichtweg nicht aufbauen. Deshalb entstehen TRS normalerweise erst ab etwa 5 bis 8 Breitengraden Abstand zum Äquator.
Halbkugeln: Warum drehen sich tropische Wirbelstürme auf Nord- und Südhalbkugel unterschiedlich?
Das liegt an der Corioliskraft! Auf der Nordhalbkugel drehen sich tropische Wirbelstürme gegen den Uhrzeigersinn (zyklonal), auf der Südhalbkugel im Uhrzeigersinn. Für deine spätere Ausweichtaktik auf See ist dieses Wissen überlebenswichtig, weil sich daraus die gefährliche und die navigierbare Seite des Sturms ableiten.
Gefährlicher Halbkreis: Was ist der gefährliche Halbkreis eines tropischen Wirbelsturms?
Im gefährlichen Halbkreis addieren sich die Eigengeschwindigkeit des Sturms und seine gewaltige Rotationsgeschwindigkeit. Die Winde schieben außerdem die See extrem auf und treiben dich im Worst Case direkt in die Zugbahn des Zentrums! Auf der Nordhalbkugel liegt dieser Teufelsbereich in Zugrichtung rechts, auf der Südhalbkugel links.
Navigierbarer Halbkreis: Ist der navigierbare Halbkreis eines TRS etwa ungefährlich?
Um Gottes willen, nein! Das Wort „navigierbar“ ist relativ. Es bedeutet lediglich, dass die Winde dort etwas schwächer sind als im gefährlichen Teil und dich der Wind bei richtiger Taktik vom Zentrum *wegtreibt*. Aber mach dir keine Illusionen: Auch im navigierbaren Halbkreis herrschen knallharte Orkanböen, riesige Wellen und extremes Regenchaos!
Standortbestimmung: Wie erkenne ich an Bord, auf welcher Seite eines TRS ich mich befinde?
Dafür beobachtest du dein Barometer, die Windrichtung und wie sich der Wind über die Zeit verändert (rechtsc Nicht drehend oder linksdrehend). Zusammen mit der Zugrichtung des Systems verrät dir das Winddrehen haargenau, ob du im gefährlichen oder im navigierbaren Halbkreis steckst. Im Kurs drillen wir das an konkreten Aufgaben durch!
Luftdruck: Kann ich einen herannahenden tropischen Wirbelsturm am Barometer erkennen?
Ja! Ein drastisch fallender Luftdruck ist das Alarmsignal schlechthin auf See. Wenn die Nadel am Barometer steil nach unten rauscht, zählt jede Minute. Zusammen mit auffälliger Dünung, Bewölkungsbild und Funknachrichten weißt du sofort: Hier zieht etwas ganz Übles auf.
Dünung: Kann eine ungewöhnliche Dünung vor einem tropischen Wirbelsturm warnen?
Definitiv! Hohe, langgezogene Dünung läuft der eigentlichen Sturmwalze oft hunderte Seemeilen voraus. Wenn bei sonst schwachem Wind plötzlich eine Welle aus einer völlig ungewöhnlichen Richtung anrollt, schickt der Wirbelsturm seine ersten Grüße voraus. Das ist deine Chance, frühzeitig die Segel zu streichen und abzulaufen!
Ausweichen: Welche grundsätzliche Ausweichtaktik gilt bei einem tropischen Wirbelsturm?
Die Taktik hängt exakt von der Halbkugel und dem Halbkreis ab, in dem du steckst. Steckst du im gefährlichen Halbkreis, hart am Wind mit Stb-Bug (Nordhalbkugel) bolzen, um Abstand zu gewinnen. Im navigierbaren Halbkreis dagegen den Wind steuerbord achtern nehmen und schnellstmöglich ablaufen. Das Ziel ist immer: Maximaler Abstand zur vorhergesagten Zugbahn!
Früh handeln: Warum ist frühes Ausweichen bei einem TRS so entscheidend?
Weil ein Wirbelsturm nicht nur blitzschnell beschleunigen, sondern auch unvorhersehbar seinen Kurs ändern kann! Solange Wind und Welle noch moderat sind, machst du mit deiner Yacht gute Fahrt über Grund. Sobald erst mal 60 Knoten Wind und 8 Meter Welle stehen, bist du nur noch Spielball der Elemente und kannst nicht mehr aktiv ausweichen.
Zugbahn: Kann ich mich auf die vorhergesagte Zugbahn eines Wirbelsturms exakt verlassen?
Niemals zu 100 %! Wetterdienste zeichnen zwar einen Vorhersage-Kegel, aber das ist eine Wahrscheinlichkeit und keine Schienenspur. Ein gutes Routing berechnet deshalb immer den schlechtestmöglichen Fall mit ein. Sicherheitsabstand ist auf Ozeanpassage durch nichts zu ersetzen.
Sturmzentrum: Ist das Auge eines tropischen Wirbelsturms tatsächlich ruhig?
Ja, im direkten Zentrum (dem Auge) kann der Wind plötzlich auf fast Null zusammenbrechen und sogar die Sonne scheint durch. Aber Lass dich bloß nicht täuschen: Das Wasser kocht wie in einer Waschmaschine völlig chaotisch durcheinander und wenige Meilen weiter trifft dich die Eyewall mit der absoluten Höchstgewalt aus genau der entgegengesetzten Richtung!
Sturmflut: Warum sind tropische Wirbelstürme in Küstennähe besonders gefährlich?
Weil zum Orkanwind noch die gewaltige Wasseraufwölbung dazukommt! Der extrem niedrige Luftdruck saugt das Meer buchstäblich an und der Wind schiebt gewaltige Wassermassen an die Küste. Das erzeugt verheerende Sturmfluten, die Flussmündungen und flache Häfen komplett unter Wasser setzen.
ITCZ: Welche Bedeutung hat die Innertropische Konvergenzzone für die weltweite Fahrt?
Die ITCZ ist das Nadelöhr jeder Atlantik- oder Pazifiküberquerung. Hier steigen feuchtwarme Luftmassen auf und bilden gigantische Gewittertürme. Als Segler musst du dich auf nervenaufreibende Flautenphasen einstellen, die sekundenschnell von rabenschwarzen Squalls mit sturmartigen Böen abgelöst werden. Das erfordert höchste Aufmerksamkeit beim Wachturnus!
Passate: Wie entstehen Nordost- und Südostpassat?
Das ist das permanente Atmungs-System unserer Erde: Aus den subtropischen Hochdruckgürteln fließt Luft in Richtung der äquatorialen Tiefdruckrinne nach. Die Erddrehung (Corioliskraft) lenkt diese Winde ab – auf der Nordhalbkugel nach rechts zum Nordostpassat, auf der Südhalbkugel nach links zum Südostpassat. Die verlässlichsten Segelwinde der Welt!
Globale Druckgürtel: Warum gibt es auf der Erde feste Druck- und Windgürtel?
Weil die Erwärmung durch die Sonne am Äquator extrem stark und an den Polen sehr schwach ist. Diese Temperaturunterschiede zwingen die Atmosphäre zu einer gigantischen Zirkulation. Zusammen mit der Erddrehung entstehen dadurch die typischen Bänder: ITCZ, Passatgürtel, Rossbreiten und die Westwindzonen.
Hadley-Zelle: Welche Bedeutung hat die Hadley-Zirkulation für Hochseesegler?
Die Hadley-Zelle ist die Wundermotor-Zirkulation der Tropen. Sie erklärt, warum am Äquator die Luft aufsteigt, in den Tropen wieder absinkt und uns die stabilen Passatwinde beschert. Wenn du dieses System verstanden hast, weißt du genau, wo auf der Welt du die besten Raumwindkurse findest!
Rossbreiten: Was sind die Rossbreiten und warum sind sie für Segler relevant?
Die Rossbreiten liegen etwa bei 30° Nord und Süd in den subtropischen Hochdruckgürteln. Hier sinkt trockene Luft großflächig ab, was zu sonnigem, aber absolut windstillem Wetter führt. Früher verhungerten dort die Pferde auf den Segelschiffen mangels Wind – heute bedeuten sie für uns ewig langes Motoren, wenn man die Route falsch plant!
Westwindzone: Warum dominieren in den mittleren Breiten häufig Westwinde?
Weil dort polwärts strömende Luftmassen durch die Corioliskraft nach Osten abgelenkt werden. Das erzeugt die gewaltige Westwinddrift. Hier ziehen unsere mitteleuropäischen Tiefdruckgebiete wie an einer Perlenschnur von West nach Ost über den Atlantik – perfekt für schnelle Rückregatten von den USA nach Europa!
Monsun: Ist der Monsun nur ein besonders starker Wind?
Keineswegs! Der Monsun ist ein gigantisches, jahreszeitliches Windsystem, das durch die unterschiedliche Erwärmung von riesigen Landmassen (wie Asien) und dem Ozean entsteht. Im Sommer weht er feucht vom Meer zum Land, im Winter trocken vom Land zum Meer. Für Törns im Indischen Ozean bestimmt der Monsun eiskalt dein Zeitfenster!
Meeresströmungen: Wie entstehen die großen oberflächennahen Meeresströmungen?
Sie werden hauptsächlich vom monatelangen Schleppeffekt der globalen Windsysteme angetrieben! Die Passate und Westwinde schieben das Wasser an der Oberfläche an, während die Kontinente und die Corioliskraft das Ganze zu riesigen, kreisförmigen Strömungswirbeln auf den Ozeanen formen.
Corioliskraft: Wie beeinflusst die Corioliskraft die Meeresströmungen?
Genauso wie die Luft wendet auch das Wasser nicht in gerader Linie ab. Die Erddrehung lenkt die Strömungen auf der Nordhalbkugel nach rechts und auf der Südhalbkugel nach links ab. Dadurch entstehen die charakteristischen Uhrzeigersinn-Wirbel auf Nordatlantik und Nordpazifik.
Golfstrom: Warum ist der Golfstrom für die Wetter- und Törnplanung so wichtig?
Der Golfstrom ist ein gewaltiges Warmwasserband, das mit bis zu 4 Knoten gen Nordosten schießt. Er bringt nicht nur warmes Wasser, sondern heizt die Luft darüber extrem auf. Wenn hier kalter Nordwind auf die warme Strömung trifft, entsteht eine kochende, extrem steile Brecher-See, die Mensch und Material auf Härteprüfungen stellt!
Wind gegen Strom: Warum wird die See bei Wind gegen Strom besonders gefährlich?
Merke dir diesen Satz für Prüfung und Praxis: Wind gegen Strom steht kurz und hoch! Wenn der Wind der Strömung entgegensteht, werden die Wellen schlagartig zusammengestaucht. Sie werden steiler, brechen unberechenbar und können selbst tonnenschwere Yachten schwer beschädigen.
Auftrieb: Was ist ein Auftriebsgebiet im Ozean?
In einem Auftriebsgebiet drückt der Windeinfluss das warme Oberflächenwasser von der Küste weg. Als Ersatz steigt eiskaltes, nährstoffreiches Tiefenwasser nach oben. Bekanntes Beispiel: Der Benguelastrom vor Namibia. Die Folgen für Segler: Eiskaltes Wasser, dichter Seenebel und gewaltige Fischbestände!
Thermohalin: Was unterscheidet die thermohaline Zirkulation von normalen Oberflächenströmungen?
Oberflächenströmungen werden vom Wind angetrieben. Die thermohaline Zirkulation ist dagegen das tiefe, globale Förderband der Erde! Es wird rein durch Dichteunterschiede ausgelöst – kaltes, salzreiches Wasser wird schwer und sinkt ab. Dieses weltweite Band steuert langfristig unser gesamtes Erdklima.
El Niño: Welche Bedeutung haben El Niño und La Niña für Hochseesegler?
El Niño stellt das Pazifikwetter komplett auf den Kopf! Die Passate brechen ein, das warme Wasser verlagert sich nach Osten, und wo sonst Dürre herrschte, gibt es Sintfluten. Für Weltumsegler verändert El Niño die gewohnten Routen, Monsunzeiten und Hurrikan-Wahrscheinlichkeiten drastisch.
Routenplanung: Warum reicht für eine Ozeanpassage keine normale 5-Tage-Wettervorhersage?
Weil eine Atlantiküberquerung nun mal 15 bis 20 Tage dauert! Nach Tag 5 ist jede Wetterkarte nur noch Kaffeesatzleserei. Deshalb nutzt du für die große Route Klimatologie, Monatskarten (Pilot Charts), Passatgrenzen und Meeresströmungen. Die Detailvorhersage dient nur noch der Feinabstimmung von Tag zu Tag.
Wirbelsturmsaison: Kann ich tropische Wirbelstürme vermeiden, indem ich nur außerhalb der Saison fahre?
Zu 99 % ja! Die Hurrikansaisons sind sehr verlässlich. Aber die Natur hält sich nicht immer sklavisch an den Kalender. Wer knapp an den Rändern der Saison segelt, muss die Wassertemperaturen und Wetterberichte doppelt genau im Auge behalten.
Prüfungsstoff: Muss ich in der SHS-Prüfung Ausweichtaktiken für tropische Wirbelstürme erklären können?
Ja, absolut! Das ist das absolute Prunkstück der SHS-Wetterprüfung. Du musst anhand von Winddaten den Halbkreis bestimmen und die exakte Taktik (Koppelkurs, Segelstellung, Windwinkel) begründen können. In unserem Webinar machen wir das so lange glasklar durch, bis du es im Schlaf beherrschst und deine SHS-Prüfung bestehen wirst!
Lernaufwand: Muss ich alle weltweiten Meeresströmungen auswendig lernen?
Keine Panik, du musst nicht jeden kleinen Nebenfluss des Ozeans auswendig lernen! Es geht um die großen Hauptströmungen (Golfstrom, Agulhasstrom, Kanarenstrom, Humboldtstrom etc.) und deren Richtung. Wenn du die globalen Windgürtel verstanden hast, leiten sich die Strömungen ganz von alleine ab.
Vorkenntnisse: Welche Wetterkenntnisse sollte ich für das SHS-Modul bereits mitbringen?
Das Grundwissen aus dem SSS sollte sitzen: Isobaren lesen, Warm- und Kaltfronten verstehen, Seewetterberichte deuten. Im SHS-Modul setzen wir darauf auf und erobern gemeinsam die globalen Ozeane und Tropen phänomenal verständlich!