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Gezeiten nach ATT berechnen –
Admiralty Tide Tables, ZUG, HUG und Tidenkurve

Wenn aus Hochwasser, Niedrigwasser und ein paar Tabellen eine echte Navigationsaufgabe wird

Wer zum ersten Mal mit den britischen Admiralty Tide Tables – kurz ATT – arbeitet, stellt sehr schnell fest: Gezeitenberechnung kann deutlich mehr sein als das einfache Ablesen von Hoch- und Niedrigwasserzeiten. Spätestens bei einem Secondary Port kommen Zeitunterschiede, Höhenunterschiede, Interpolation, das Alter der Gezeit und die Auswahl der richtigen Tidenkurve zusammen. Aus einigen scheinbar überschaubaren Angaben entsteht eine mehrstufige Navigationsaufgabe, bei der ein kleiner Fehler am Anfang das gesamte Ergebnis verändern kann.

Gerade beim Sportseeschifferschein SSS gehört die Gezeitenrechnung nach ATT deshalb zu den anspruchsvolleren Teilen der Navigation. Das Ziel sollte aber nicht darin bestehen, irgendeinen vorgegebenen Rechenweg für die Prüfung auswendig zu lernen. Wer in Gezeitengewässern unterwegs ist, braucht die Ergebnisse ganz praktisch: Wie viel Wasser steht zu einer bestimmten Uhrzeit zur Verfügung? Wann kann ich eine flache Stelle passieren? Wie groß ist meine tatsächliche Wassertiefe? Reicht sie für meinen Tiefgang einschließlich eines sinnvollen Sicherheitsabstands unter dem Kiel?

Der NautiTools ATT-Gezeitenrechner soll genau diese Zusammenhänge sichtbar machen. Er nimmt dir die umfangreiche Rechnung ab, zeigt aber gleichzeitig, welche Zwischenschritte notwendig sind und wie aus den Angaben der ATT schließlich eine Tidenkurve und eine konkrete Höhe der Gezeit entstehen.



🌊 ATT-Gezeiten mit NautiTools berechnen

Der Rechner ist für die Gezeitenberechnung nach den Admiralty Tide Tables ausgelegt und verarbeitet sowohl Primary Ports als auch Secondary Ports. Die benötigten Hafendaten werden anhand der entsprechenden Port-Angaben geladen und anschließend mit den Daten deiner konkreten Aufgabe verbunden.

Dabei geht es nicht nur darum, am Ende irgendeinen Wasserstand auszugeben. Der Rechner bildet die wesentlichen Schritte einer ATT-Berechnung nach und kann unter anderem die notwendigen Zeitunterschiede ZUG, Höhenunterschiede HUG, das Alter der Gezeit sowie die daraus resultierende Tidenkurve berücksichtigen. Die Berechnung wird grafisch dargestellt, sodass du dein eigenes Ergebnis und insbesondere deine selbst konstruierte Tidenkurve kontrollieren kannst. :contentReference[oaicite:1]{index=1}




Warum Gezeitenrechnung weit mehr ist als Hochwasser plus Niedrigwasser

Bei einem Bezugshafen – dem Primary Port – stehen die wesentlichen Hoch- und Niedrigwasserwerte unmittelbar zur Verfügung. Das ist zunächst überschaubar: Zu bestimmten Zeiten werden bestimmte Wasserstände erreicht, und zwischen diesen Werten verändert sich die Höhe der Gezeit.

Interessanter wird es beim Secondary Port. Dort reichen die veröffentlichten Werte des Bezugshafens nicht aus, weil die Tide am Anschlussort zeitlich und in ihrer Höhe anders verläuft. Deshalb müssen Korrekturen berechnet werden. Genau an dieser Stelle kommen die in der ATT-Ausbildung so wichtigen Größen ZUG und HUG ins Spiel.

Damit entsteht eine Kette von Berechnungen. Du musst zunächst verstehen, auf welchen Primary Port sich dein Secondary Port bezieht, anschließend die Abweichungen bestimmen und diese richtig auf die Ausgangswerte anwenden. Erst danach besitzt du Hoch- und Niedrigwasserwerte, mit denen du für den gewünschten Ort weiterarbeiten kannst.



Primary Port und Secondary Port – der Ausgangspunkt der ATT-Berechnung

Ein Primary Port ist ein Bezugshafen, für den die Admiralty Tide Tables vollständige Gezeitenangaben bereitstellen. Für ihn findest du die vorhergesagten Zeiten und Höhen von Hochwasser und Niedrigwasser unmittelbar in den entsprechenden Tabellen.

Ein Secondary Port ist dagegen ein Anschlussort. Seine Gezeiten werden aus den Daten eines zugehörigen Primary Ports abgeleitet. Dazu enthalten die ATT Korrekturinformationen, mit denen die Zeit- und Höhenunterschiede zwischen Bezugshafen und Anschlussort bestimmt werden.

Das bedeutet praktisch: Für einen Secondary Port kannst du die Werte des Primary Ports nicht einfach übernehmen. Du musst sie beschicken. Genau dafür werden ZUG und HUG berechnet.



⏱️ ZUG – Zeitunterschiede der Gezeit

ZUG steht für die Zeitunterschiede zwischen dem Primary Port und dem Secondary Port. Hochwasser und Niedrigwasser treten am Anschlussort nicht zwangsläufig zur gleichen Zeit auf wie am Bezugshafen.

Die Korrektur ist dabei nicht immer nur ein feststehender Wert, den du abschreiben kannst. Abhängig von den ATT-Angaben und der konkreten Situation kann eine Interpolation erforderlich sein. Aus den veröffentlichten Werten wird dann der für deine Aufgabe passende Zeitunterschied bestimmt.

Dieser ZUG wird anschließend auf die Hoch- beziehungsweise Niedrigwasserzeit des Primary Ports angewendet. Erst dadurch erhältst du die entsprechende Zeit für den Secondary Port.



📏 HUG – Höhenunterschiede der Gezeit

Nach demselben Grundprinzip wird die Höhe korrigiert. HUG bezeichnet die Höhenunterschiede zwischen Primary Port und Secondary Port.

Auch hier können die veröffentlichten Korrekturwerte von der konkreten Tide abhängen, sodass eine Interpolation notwendig wird. Das Ergebnis wird auf die Höhe des Hoch- beziehungsweise Niedrigwassers am Primary Port angewendet.

Erst nach der Berücksichtigung von ZUG und HUG besitzt du die für den Secondary Port erforderlichen Hoch- und Niedrigwasserwerte. Damit ist die Aufgabe allerdings häufig noch lange nicht beendet, denn meistens interessiert dich nicht ausschließlich der Wasserstand exakt bei Hoch- oder Niedrigwasser.

Du möchtest wissen:

Wie hoch steht das Wasser zu einer bestimmten Uhrzeit dazwischen?

Und dafür brauchst du die Tidenkurve.



📈 Die Tidenkurve – aus zwei Extremwerten wird ein zeitlicher Verlauf

Zwischen Hochwasser und Niedrigwasser verändert sich der Wasserstand nicht linear. Du kannst deshalb nicht einfach sagen: Die Hälfte der Zeit ist vergangen, also ist auch exakt die Hälfte der Höhe verloren gegangen.

Die Tide besitzt einen charakteristischen Verlauf. In den ATT wird dieser über entsprechende Tidenkurven abgebildet. Für eine konkrete Berechnung musst du deshalb nicht nur Hochwasserzeit, Niedrigwasserzeit und deren Höhen kennen, sondern auch die für die aktuelle Situation passende Kurve verwenden.

Genau an diesem Punkt wird die klassische ATT-Aufgabe zeichnerisch interessant. Die ermittelten Werte werden in die Tidenkurve übertragen, die entsprechenden Konstruktionslinien eingezeichnet und daraus schließlich die Höhe der Gezeit für den gewünschten Zeitpunkt bestimmt.

Der NautiTools Rechner bildet diesen Vorgang grafisch ab. Dadurch erhältst du nicht nur einen Zahlenwert, sondern kannst nachvollziehen, wie sich das Ergebnis innerhalb der Tidenkurve einordnet. :contentReference[oaicite:2]{index=2}



🌒 Das Alter der Gezeit – AdG

Eine Besonderheit der ATT-Berechnung ist das Alter der Gezeit – AdG. Es dient dazu, die aktuelle Tide in den Zusammenhang zwischen Spring- und Nipptide einzuordnen und die passende Kurve beziehungsweise den entsprechenden Verlauf zu bestimmen.

In der Ausbildung begegnen dir dabei unter anderem Begriffe wie:

Die Bestimmung des richtigen Alters der Gezeit ist deshalb kein nebensächlicher Zwischenschritt. Wird hier eine falsche Zuordnung vorgenommen, arbeitest du anschließend möglicherweise mit der falschen Tidenkurve und erhältst trotz sauberer weiterer Rechnung ein falsches Ergebnis.

Gerade deshalb eignet sich ein digitaler Kontrollrechner hervorragend: Du kannst deine eigene Bestimmung und Konstruktion zunächst selbst durchführen und anschließend prüfen, ob Rechner und Papierlösung zum gleichen Ergebnis kommen.



Warum Gezeitenrechnung fehleranfällig ist

Keine einzelne Rechenoperation der ATT-Gezeitenrechnung ist für sich genommen besonders dramatisch. Anspruchsvoll wird das Verfahren durch die Anzahl der aufeinander aufbauenden Schritte. Du arbeitest mit Datumsangaben, Hafeninformationen, Hoch- und Niedrigwasserzeiten, Höhen, Zeitunterschieden, Höhenunterschieden, Interpolationen, dem Alter der Gezeit und schließlich der grafischen Tidenkurve.

Ein falsch übernommener Wert kann sich durch die komplette weitere Berechnung ziehen. Ebenso kann eine falsche Vorzeichenentscheidung beim ZUG oder HUG dazu führen, dass am Ende ein scheinbar plausibler, aber dennoch falscher Wasserstand herauskommt.

Deshalb ist es beim Lernen wichtig, nicht nur das Endergebnis zu kontrollieren. Viel hilfreicher ist die Frage:

An welchem Schritt beginnt meine Rechnung von der richtigen Lösung abzuweichen?

Genau dabei soll NautiTools unterstützen.



Der Rechner ist kein Ersatz für die ATT

Der NautiTools ATT-Gezeitenrechner soll dir das Verständnis der Admiralty Tide Tables nicht abnehmen. Gerade für die SSS-Ausbildung musst du nachvollziehen können, woher die Ausgangswerte kommen, warum ein Secondary Port gegenüber seinem Primary Port korrigiert werden muss und wie eine Tidenkurve konstruiert wird.

Sinnvoll ist deshalb dieselbe Arbeitsweise wie bei unserem Radarplot-Rechner: Löse eine Aufgabe zunächst selbst. Bestimme Primary und Secondary Port, ermittle ZUG und HUG, berechne die relevanten Hoch- und Niedrigwasserwerte und konstruiere die Tidenkurve. Anschließend kannst du deine Werte mit NautiTools vergleichen.

So wird der Rechner nicht zur Abkürzung um das Lernen herum, sondern zum Co-Korrektor deiner eigenen Arbeit.



⚓ Der praktische Sinn: Wie viel Wasser habe ich wirklich?

Gezeitenrechnung wird erst dann wirklich interessant, wenn man sie aus dem Prüfungsheft herausnimmt und auf ein Schiff überträgt.

Angenommen, deine Seekarte zeigt an einer flachen Stelle eine bestimmte Kartentiefe. Diese Zahl allein sagt dir noch nicht, wie viel Wasser dort zu deinem geplanten Passierzeitpunkt tatsächlich vorhanden sein wird. Dazu musst du die aktuelle Höhe der Gezeit berücksichtigen.

Vereinfacht betrachtet ergibt sich die aktuelle Wassertiefe aus:

Kartentiefe + Höhe der Gezeit

Dann kommt dein Schiff ins Spiel. Du kennst deinen Tiefgang und möchtest zusätzlich einen Sicherheitsabstand unter dem Kiel einhalten. Jetzt wird aus einer theoretischen ATT-Aufgabe eine sehr konkrete Entscheidung:

Kann ich dort zu diesem Zeitpunkt sicher passieren oder nicht?

Genau dafür ist Gezeitenrechnung gemacht.



Eine flache Barre passieren

Eine klassische praktische Anwendung ist das Passieren einer Barre oder einer anderen flachen Stelle. Du kennst die Kartentiefe und weißt, welchen Tiefgang dein Schiff besitzt. Damit kannst du bestimmen, welche zusätzliche Höhe der Gezeit mindestens benötigt wird, damit unter dem Kiel noch ausreichend Wasser bleibt.

Anschließend lässt sich über die Tidenkurve ermitteln, ab welcher Uhrzeit diese erforderliche Höhe erreicht wird beziehungsweise wie lange das notwendige Zeitfenster offen bleibt.

Damit ändert sich die Fragestellung. Du suchst nicht mehr die Höhe der Gezeit zu einer vorgegebenen Zeit, sondern die Zeit zu einer benötigten Höhe.

Beides lässt sich aus derselben Tidenkurve ableiten.



⚓ Ankern und Gezeiten

Auch beim Ankern spielen Gezeiten eine wichtige Rolle. Entscheidend ist nicht nur die Wassertiefe in dem Moment, in dem du den Anker fallen lässt. Du musst wissen, wie sich der Wasserstand während deines Aufenthalts verändern wird.

Sinkt das Wasser später deutlich ab, muss unter deinem Kiel weiterhin ausreichend Tiefe verbleiben. Steigt das Wasser dagegen stark an, verändert sich die tatsächliche Wassertiefe und damit auch das Verhältnis zwischen Wassertiefe und ausgebrachter Kettenlänge.

Eine vernünftige Ankerplanung betrachtet deshalb nicht nur den aktuellen Wasserstand, sondern den zu erwartenden Gezeitenverlauf während des gesamten geplanten Aufenthalts.



Trockenfallen – wenn wenig Wasser ausdrücklich gewünscht ist

Noch deutlicher wird der praktische Nutzen beim geplanten Trockenfallen. Hier möchtest du gerade nicht verhindern, dass das Wasser verschwindet. Stattdessen musst du wissen, wann es geschieht, wie weit der Wasserstand sinkt und wann das Schiff anschließend wieder aufschwimmt.

Auch hier bilden Hoch- und Niedrigwasserwerte sowie der Verlauf der Tide die Grundlage für die Planung. Eine saubere Gezeitenrechnung hilft dir, das verfügbare Zeitfenster einzuschätzen und den Ablauf nicht dem Zufall zu überlassen.



🔄 Zwei typische Aufgabenrichtungen

Bei ATT-Aufgaben tauchen im Wesentlichen zwei Fragestellungen immer wieder auf.

Höhe der Gezeit zu einer bestimmten Zeit

Du möchtest beispielsweise wissen, welche Höhe der Gezeit um 15:30 Uhr zu erwarten ist. Dann gehst du von der Zeit in die Tidenkurve und bestimmst daraus die entsprechende Höhe.

Zeitpunkt für eine bestimmte Höhe

Du benötigst beispielsweise mindestens 2,4 Meter Höhe der Gezeit, um eine Flachstelle mit dem gewünschten Sicherheitsabstand passieren zu können. Dann gehst du von der benötigten Höhe in die Kurve und bestimmst den Zeitpunkt beziehungsweise die Zeitpunkte, zu denen dieser Wasserstand erreicht wird.

Wer die Tidenkurve verstanden hat, erkennt schnell, dass beide Aufgaben lediglich unterschiedliche Leserichtungen desselben Diagramms sind.



Warum Interpolation bei ATT so wichtig ist

Viele ATT-Werte liegen nicht exakt für die Bedingungen deiner konkreten Aufgabe vor. Deshalb gehört die Interpolation zu den wiederkehrenden Arbeitsschritten der Gezeitenrechnung.

Dabei wird zwischen zwei bekannten Werten ein Zwischenwert bestimmt. Mathematisch ist das grundsätzlich nichts Außergewöhnliches. Die Herausforderung besteht eher darin, zuerst die richtigen Ausgangswerte auszuwählen und anschließend zu verstehen, welche Größe überhaupt interpoliert werden muss.

Gerade bei ZUG und HUG ist deshalb ein strukturiertes Vorgehen wichtig. Wer einfach Zahlen aus Tabellen übernimmt, ohne deren Zusammenhang zu verstehen, verliert schnell den Überblick.



Primary und Secondary Ports im Rechner

Der NautiTools Rechner greift auf hinterlegte Hafendaten zurück. Nach Auswahl beziehungsweise Eingabe des betreffenden Ports können die zugehörigen Stammdaten und Zeitzonen geladen und für die weitere Berechnung verwendet werden. :contentReference[oaicite:3]{index=3}

Besonders wichtig ist dabei: ZUG und HUG sind nicht einfach irgendwelche fertigen Endwerte aus einer Datenbank. Die notwendigen Korrekturen werden aus den hinterlegten Hafendaten und den konkreten Ausgangswerten der jeweiligen Aufgabe berechnet. Dadurch bleibt die Logik der ATT-Berechnung erhalten und der Rechner kann für unterschiedliche Aufgabenstellungen die jeweils passenden Werte bestimmen. :contentReference[oaicite:4]{index=4}



🖥️ Die grafische Tidenkurve als Kontrolle

Einer der größten Vorteile des Rechners ist die grafische Darstellung der Tidenkurve. Ein bloßes Endergebnis sagt dir nur, ob deine Zahl stimmt oder nicht. Eine grafische Kontrolle zeigt wesentlich mehr.

Du kannst nachvollziehen, welche Hoch- und Niedrigwasserwerte verwendet wurden, wie die Tidenkurve verläuft und an welcher Stelle deine gesuchte Zeit beziehungsweise Höhe liegt. Dadurch lässt sich eine selbst gezeichnete Kurve direkt mit der digitalen Darstellung vergleichen.

Gerade beim Lernen ist das wertvoll, weil viele Fehler nicht in der abschließenden Berechnung entstehen, sondern bereits beim Aufbau der grafischen Konstruktion.



Präzise Software und sinnvolle navigatorische Genauigkeit

Der Rechner kann intern mit hoher mathematischer Genauigkeit arbeiten. Das bedeutet allerdings nicht, dass eine Gezeitenvorhersage in der Realität plötzlich auf viele Nachkommastellen exakt wäre.

Das ist eine wichtige Unterscheidung: Rechengenauigkeit ist nicht dasselbe wie Vorhersagegenauigkeit.

Die tatsächliche Wasserstandsentwicklung kann zusätzlich durch meteorologische Einflüsse verändert werden. Wind, Luftdruck und andere Bedingungen können dazu führen, dass der reale Wasserstand von einer astronomisch beziehungsweise tabellarisch vorhergesagten Tide abweicht.

Für die Navigation bedeutet das: Ein sauber berechneter ATT-Wert ist eine wichtige Planungsgrundlage, aber er ersetzt nicht die Beurteilung der tatsächlichen Verhältnisse vor Ort.



🌬️ Gezeitenvorhersage und tatsächlicher Wasserstand

Die Admiralty Tide Tables liefern vorhergesagte Gezeitenwerte auf Grundlage der zugrunde liegenden Gezeitenmodelle. Die Natur hält sich jedoch nicht immer exakt an einen Tabellenwert.

Starker Wind kann Wasser in ein Gebiet hineindrücken oder daraus herausdrücken. Auch ungewöhnliche Luftdruckverhältnisse können den tatsächlichen Wasserstand beeinflussen. Je knapper eine geplante Passage kalkuliert wird, desto wichtiger werden deshalb zusätzliche Sicherheitsreserven und aktuelle Informationen.

Gerade bei einer flachen Barre sollte die Rechnung deshalb niemals lauten:

„Mathematisch fehlen mir nur noch zwei Zentimeter, also wird es schon gehen.“

Gute Seemannschaft beginnt dort, wo man versteht, dass eine präzise Rechnung trotzdem mit vernünftigen Sicherheitsmargen verbunden werden muss.



🎓 ATT-Gezeitenrechnung beim SSS

Die Gezeitenberechnung nach ATT gehört zu den anspruchsvollen Themen der SSS-Navigation. Im Gegensatz zu einfacheren Gezeitenaufgaben geht es nicht nur um das Ablesen einzelner Werte, sondern um das sichere Zusammenspiel mehrerer Arbeitsschritte.

Dazu gehören insbesondere:

Wer diese Bestandteile als zusammenhängendes System versteht, muss keine starren Lösungswege auswendig lernen. Dann lassen sich auch unbekannte Aufgaben strukturiert lösen.



Warum der Rechner gerade bei der Prüfungsvorbereitung hilfreich ist

Eine komplexe ATT-Aufgabe kann am Ende ein falsches Ergebnis liefern, obwohl fast die gesamte Rechnung richtig war. Vielleicht wurde nur ein ZUG mit falschem Vorzeichen angewendet, ein HUG falsch interpoliert oder die falsche Tidenkurve ausgewählt.

Ohne unabhängige Kontrolle ist es schwierig herauszufinden, wo genau der Fehler entstanden ist.

Mit NautiTools kannst du deine eigene Rechnung Schritt für Schritt gegenprüfen. Stimmen die Ausgangswerte noch überein, aber die Tidenkurve nicht mehr, liegt der Fehler wahrscheinlich in einem späteren Arbeitsschritt. Weichen bereits ZUG oder HUG voneinander ab, kannst du deine Suche wesentlich früher beginnen.

So wird aus einem einfachen Ergebnisrechner ein Lernwerkzeug.



💡 Mit dem Rechner experimentieren statt nur Aufgaben nachrechnen

Besonders interessant wird NautiTools, wenn du nicht nur fertige Aufgaben eingibst, sondern einzelne Werte bewusst veränderst.

Probiere beispielsweise aus, wie sich das Ergebnis verändert, wenn du:

Dadurch wird sehr schnell sichtbar, welche Parameter einen starken Einfluss auf deine Planung besitzen und welche Änderungen nur geringe Auswirkungen haben.

Genau dieses Experimentieren führt häufig zu mehr Verständnis als zehn Aufgaben, die immer nach demselben Schema gerechnet werden.



ATT verstehen statt nur Tabellen bedienen

Die Admiralty Tide Tables sind kein Selbstzweck. Sie sind ein Werkzeug, mit dem aus vorhergesagten Gezeiteninformationen konkrete navigatorische Entscheidungen abgeleitet werden können.

Wenn du verstanden hast, warum es Primary und Secondary Ports gibt, weshalb ZUG und HUG notwendig sind und wie eine Tidenkurve aufgebaut wird, verliert das Verfahren einen großen Teil seines Schreckens. Dann besteht eine ATT-Aufgabe nicht mehr aus einem scheinbar undurchsichtigen Stapel von Tabellen, sondern aus logisch aufeinanderfolgenden Schritten.

NautiTools soll genau diesen Zusammenhang unterstützen:

Nicht einfach ein Ergebnis liefern, sondern sichtbar machen, wie die einzelnen Teile der Gezeitenrechnung zusammengehören.



📱 ATT-Gezeitenrechnung direkt im Browser

Der NautiTools ATT-Gezeitenrechner ist webbasiert. Dadurch kannst du deine Berechnungen ohne spezielle Desktopsoftware durchführen und deine eigenen Lösungen direkt mit der digitalen Berechnung vergleichen.

Gerade für umfangreiche ATT-Aufgaben und die grafische Tidenkurve ist ein größerer Bildschirm komfortabel. Der grundsätzliche Vorteil bleibt aber unabhängig vom Gerät derselbe: Die Berechnung, die zugrunde liegenden Hafendaten und die grafische Kontrolle stehen an einem Ort zur Verfügung.

Dabei gilt wie bei allen NautiTools:

Der Rechner soll dir die Navigation nicht abnehmen. Er soll dir helfen, sie besser zu verstehen.



🔎 Wofür kannst du den NautiTools ATT-Gezeitenrechner verwenden?

Der Rechner und diese Seite behandeln unter anderem:

Der entscheidende Gedanke hinter dem Werkzeug ist dabei:

Die ATT sind nicht kompliziert, weil eine einzelne Rechnung so schwierig wäre. Sie wirken kompliziert, weil viele einfache Schritte richtig zusammengesetzt werden müssen.



❓ Häufige Fragen (FAQ) zur Gezeitenberechnung nach ATT

ATT: Was sind die Admiralty Tide Tables?
Die Admiralty Tide Tables, kurz ATT, enthalten Gezeitenvorhersagen und weitere Angaben für zahlreiche Häfen und Gebiete. In der nautischen Ausbildung werden sie unter anderem verwendet, um Hoch- und Niedrigwasser sowie Gezeitenwerte für Primary und Secondary Ports zu bestimmen.
Primary Port: Was ist ein Primary Port?
Ein Primary Port ist ein Bezugshafen, für den in den Admiralty Tide Tables vollständige vorhergesagte Hoch- und Niedrigwasserzeiten sowie die zugehörigen Höhen angegeben werden. Seine Werte dienen außerdem als Grundlage für die Berechnung zugeordneter Secondary Ports.
Secondary Port: Was ist ein Secondary Port?
Ein Secondary Port ist ein Anschlussort, dessen Gezeitenwerte aus den Angaben eines Primary Ports abgeleitet werden. Dazu werden insbesondere Zeitunterschiede und Höhenunterschiede bestimmt und auf die Werte des Bezugshafens angewendet.
ZUG: Was bedeutet ZUG bei der ATT-Gezeitenrechnung?
ZUG bezeichnet die Zeitunterschiede zwischen einem Primary Port und dem zugehörigen Secondary Port. Mit diesen Korrekturen werden die Hoch- und Niedrigwasserzeiten des Bezugshafens auf den Anschlussort übertragen. Abhängig von den ATT-Angaben kann dabei eine Interpolation erforderlich sein.
HUG: Was bedeutet HUG?
HUG bezeichnet die Höhenunterschiede zwischen Primary Port und Secondary Port. Mit diesen Korrekturen werden die Hoch- und Niedrigwasserhöhen für den Anschlussort bestimmt. Auch hier können Zwischenwerte durch Interpolation ermittelt werden müssen.
AdG: Was bedeutet Alter der Gezeit?
Das Alter der Gezeit, kurz AdG, dient bei der ATT-Berechnung dazu, die aktuelle Tide in den Verlauf zwischen Spring- und Nipptide einzuordnen und die passende Tidenkurve beziehungsweise den entsprechenden Kurvenbereich zu bestimmen.
Tidenkurve: Warum brauche ich eine Tidenkurve?
Der Wasserstand verändert sich zwischen Hoch- und Niedrigwasser nicht einfach linear. Mit einer Tidenkurve kann deshalb die Höhe der Gezeit zu einem bestimmten Zeitpunkt beziehungsweise umgekehrt der Zeitpunkt für eine benötigte Höhe bestimmt werden.
Interpolation: Warum muss bei den ATT interpoliert werden?
Nicht für jede konkrete Situation stehen exakt passende Korrekturwerte zur Verfügung. Liegt der benötigte Wert zwischen zwei veröffentlichten Angaben, wird durch Interpolation ein passender Zwischenwert bestimmt. Dies spielt insbesondere bei der Berechnung von ZUG und HUG eine wichtige Rolle.
Wassertiefe: Wie berechne ich mit der Höhe der Gezeit die tatsächliche Wassertiefe?
Vereinfacht wird zur Kartentiefe die aktuelle Höhe der Gezeit addiert. Für eine sichere Passage müssen anschließend der Tiefgang des Schiffes und ein angemessener Sicherheitsabstand unter dem Kiel berücksichtigt werden.
Barre: Kann ich mit der Gezeitenrechnung den Zeitpunkt zum Passieren einer flachen Stelle bestimmen?
Ja. Wenn Kartentiefe, Tiefgang und gewünschter Sicherheitsabstand bekannt sind, lässt sich die mindestens benötigte Höhe der Gezeit bestimmen. Über die Tidenkurve kann anschließend ermittelt werden, wann dieser Wasserstand erreicht beziehungsweise wieder unterschritten wird.
Zeit: Kann ich aus einer benötigten Höhe auch die passende Uhrzeit bestimmen?
Ja. Eine Tidenkurve kann in beide Richtungen ausgewertet werden. Du kannst entweder zu einer gegebenen Uhrzeit die Höhe der Gezeit bestimmen oder von einer benötigten Höhe ausgehen und den entsprechenden Zeitpunkt ermitteln.
Genauigkeit: Entspricht der berechnete Wasserstand immer exakt der Realität?
Nein. Die ATT liefern vorhergesagte Gezeitenwerte. Der tatsächliche Wasserstand kann zusätzlich durch meteorologische Einflüsse wie Wind und Luftdruck verändert werden. Deshalb sollten insbesondere bei knappen Wassertiefen angemessene Sicherheitsreserven eingeplant und aktuelle Bedingungen berücksichtigt werden.
SSS: Ist die Gezeitenberechnung nach ATT für den SSS wichtig?
Ja. Die Arbeit mit den Admiralty Tide Tables gehört zu den anspruchsvollen Themen der SSS-Navigation. Dazu zählen unter anderem Primary und Secondary Ports, ZUG und HUG, Alter der Gezeit, Interpolation und die Arbeit mit Tidenkurven.
NautiTools: Soll der ATT-Rechner die manuelle Berechnung ersetzen?
Nein. Für das Verständnis und insbesondere für die Prüfungsvorbereitung solltest du den Rechenweg selbst beherrschen. NautiTools eignet sich besonders als unabhängige Kontrolle eigener Berechnungen und selbst konstruierter Tidenkurven.
Praxis: Wozu brauche ich ATT-Gezeitenrechnung außerhalb einer Prüfung?
Gezeitenberechnungen können unter anderem für die Passage flacher Stellen, die Planung ausreichender Wassertiefe, das Ankern, das Trockenfallen und andere navigatorische Entscheidungen in Gezeitengewässern wichtig sein. Entscheidend ist dabei nicht das Bestehen einer Prüfung, sondern die sichere Planung der verfügbaren Wassertiefe.

Zuletzt aktualisiert am: 22.08.2026